Erfolgreiche Teilnahme am Rhetorikwettbewerb
Am Sonntag, den 15. März 2026 treten zwei Schülerinnen der Oberstufe unserer Gesamtschule in der historischen Aula des St. Michael Gymnasiums in Bad Münstereifel auf die Bühne. Ihr Auftritt: eine Rede. Ihr Message: Unsere Gesellschaft hat eine Aufgabe.
Insgesamt zehn Teilnehmer:innen der gymnasialen Oberstufe verschiedener Schulen im Kreis Euskirchen ließen in diesen knapp zwei Stunden ihren Worten freien Lauf. Spannende Beiträge zum Beispiel zur Zukunftsgestaltung, zur Frage nach dem Preis für ein Einserzeugnis oder zu aktuellen politischen Diskursen standen auf dem Programm. Verschiedene Themen, die Heranwachsende beschäftigen, zu der sie eine Meinung haben, die sie auch vertreten wollen, wurden einem interessierten Publikum und einer Jury, bestehend aus der Journalistin Rike Nieuwenhuis, der Inhaberin der Bad Münstereifeler Buchhandlung „Die Leserei“, Katharina Pütz, und Magnus Schweers, der beim öffentlichen Rundfunk arbeitet, präsentiert.
Doch nicht nur thematisch mussten die Vortragenden überzeugen. Vor allem stand das sprachliche Handwerkszeug im Fokus. Wen will ich erreichen und wie überzeuge ich meine Zuhörer:innen von meinem Standpunkt am besten? Es ging um klare Botschaften und um Anregungen zum Nachdenken.
Für die Gesamtschule der Stadt Mechernich traten Clara Beisert aus der Q1 und Fatima Junosova aus der EF ans Rednerpult, wobei Fatima dieses überhaupt nicht brauchte. Sie füllte die maximale Zeit von zehn Minuten bis zur letzten Sekunde aus, sprach ohne Stichpunkte und fehlerfrei, nutze den gesamten Raum der Aula und nahm so die Zuhörer:innen mit auf ihre Suche nach der Antwort auf die Frage „Warum wird ein Mensch kriminell?“ Beispiele von Alltagsrassismus und struktureller Benachteiligung, von gekonntem Wegsehen und der Schieflage von Jugendlichen illustrierten unsere Aufgabe als Gesellschaft, Jugendlichen bei ihrem Weg ins Erwachsenenleben an die Hand zu nehmen und vor allem, ihnen zuzuhören und hinzuschauen, wenn sie uns brauchen.
Claras Beitrag sorgte schon in der Ankündigung durch die Moderatorin Angelica Netz, der ehemaligen Chefredakteurin des WDR, für große Spannung. „Macht am Beispiel von Kannibalismus“ lautete der Titel. Clara spannte einen klugen Bogen von angeborenen Schutzmechanismen über Endokannibalismus hin zu einer Gesellschaft, in der wir uns nicht gegenseitig verspeisen, aber doch akzeptieren, dass die Macht des einen das Leben des anderen zum Preis hat. Claras Vortrag bestach nicht nur durch ihre Provokation durch Sätze wie „Ich sage nicht: ‚Iss die Person links von dir.‘ Ich sage: ‚Du würdest es tun.‘“, sondern auch durch ihre intensive Vortragsweise. Ihr Beitrag überzeugte durch eine Mischung aus Ekel, Provokation, Ehrlichkeit und hielt unserer privilegierten Gesellschaft den Spiegel vor. Auch die Jury überzeugte sie, denn Clara wurden mit dem zweiten Platz belohnt.
Alle Teilnehmenden gehen als Sieger:innen aus diesem Tag hervor, denn sie bewiesen Wortgewandtheit und Mut, sich und ihre Gedanken zu offenbaren. Wir gratulieren daher allen Teilnehmenden und ganz besonders Erik Bosse vom Frankengymnasium, der mit seinem fiktiven 60-jährigen Ich ins Gericht zog, und mit diesem Beitrag aus einem starken und überzeugenden Teilnehmendenfeld als Sieger hervorging.
